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„Im Osten brennt die Hütte“ - Genug ist genug!

Die Solidarität mit den streikenden Kolleg*innen ist keine Frage von Mitgefühl oder Almosen. Es ist in unserem ureigensten Interesse, dass die Arbeitsbedingungen angeglichen werden. Gleiche Arbeit – gleicher Lohn! Dafür kämpfen die Metaller*innen jetzt gerade von Zwickau über Leipzig und Magdeburg bis Rostock. Und sie brauchen unsere Solidarität - jetzt!

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Die tarifliche Angleichung muss her!

 

In der Metall- und Elektroindustrie läuft im Tarifgebiet Berlin Brandenburg Sachsen die erste Warnstreikwelle! Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten im Osten seit über 30 Jahren 3 Stunden mehr in die Woche als wir. Und das unbezahlt. Begründet wurde das Anfang der 90er Jahre mit der schon damals absurden These, dass die Industrie in den „Fünf neuen Bundesländern“ nicht so produktiv sei wie im Westen.

Hochproduktive Werke!

 

Die meisten der bestehenden Industriebetriebe sind in den 90er Jahren mit extrem hohen Steuergeschenken hochgezogen worden. Kostenloses Bauland, auf Jahre keine Steuern und dazu noch die absurde Geschichte, die Menschen dort würden nicht so schnell arbeiten. So haben die großen Konzerne, wie Volkswagen, BMW, Siemens und viele andere über all die Jahre zusätzliche Milliarden an die „armen“ Aktionäre ausschütten können.

 

Dazu kam dann immer die Möglichkeit, die Belegschaften im Westen mit der Abwanderung zu drohen, wenn sie nach Meinung der Kapitalseite nicht genug „Kompromissbereitschaft“ zeigten. Und das gilt quasi bis heute. „Wenn ihr nicht der Flexibilisierung zustimmt und schneller arbeitet, schließen wir hier den Standort und gehen in den Osten“ ist eine oft gehörte Drohung.


Hintergrund:

 

Wenn die Kolleginnen und Kollegen ernsthaft länger streiken müssen, weil die Chefs nicht auf ihre Extraprofite verzichten wollen, kann es durchaus sein, dass auch unsere Werke zum Stehen kommen. Entweder weil wir keine Teile mehr bekommen oder keine Teile mehr loswerden. Dann ist es durchaus möglich, dass die Vorstände uns ohne Lohn aussperren und so versuchen, uns auf ihre Seite zu ziehen. 2003 beim Streik für die 35-Stunden-Woche im Osten ist ihnen das durchaus gelungen. Damals gab es einige „Gewerkschafter“ in den großen Autofabriken, deren Solidarität sich in Luft aufgelöst hat, als es ernst wurde. Bis heute wird darüber gestritten, ob die „Arbeitgeber“ uns hätten aussperren dürfen oder ob wir Kurzarbeitergeld bekommen hätten.

 

Andere Gewerkschafter schreiben in ihren Autobiographien darüber, dass es um einen internen Streit in der Führungsebene der IG Metall ging und dieser auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wurde. Solch ein Verhalten darf uns nicht noch mal passieren. Selbst wenn wir ausgesperrt“ werden, dann weil unsere gemeinsamen Chefs uns spalten und erpressen wollen. Sie wollen sich die Extraprofite sichern und sind dafür auch bereit, uns ohne Geld nach Hause zu schicken, nur damit einige Aktionäre sich einen zehnten Porsche und eine dritte Jacht kaufen können. Wenn wir das zulassen, haben wir schon verloren. Das Gejammer einiger unserer Funktionäre 2003 hat uns schon viel zu lange erpressbar gemacht.


Das Märchen von der geringeren Produktivität

 

Allgemein werden natürlich immer die Ausbringungen pro Stunde verglichen. Dabei ist es aber natürlich völlig unsinnig, Äpfel mit Kürbissen zu vergleichen. Ein Heizungsbauer kann natürlich nicht so viele Heizungen am Tag verbauen, wie andere sie herstellen. Handwerk ist schwere Arbeit, aber naturgemäß immer „langsamer“ als eine hoch arbeitsteilige Industrieproduktion. Dachdecker sind schnell und hoch qualifiziert, aber die Arbeiter*innen der Ziegelindustrie produzieren mehr Ziegel/h, als die Dachdecker verlegen können.

 

Eine dörfliche Bäckerei backt gutes Brot, aber niemals so viele wie eine Backfabrik, auch wenn diese qualitativ minderwertiger sein können. So können die Fabriken der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen hoch produktiv sein, aber der Durchschnitt in Sachsen insgesamt niedriger sein, ganz einfach weil es weniger Industrie gibt. Nach 1990 wurden tausende Firmen aufgekauft und aus Konkurrenzgründen geschlossen. Die Treuhand-Gesellschaft hat den Staatsbesitz für einen „Apfel und ein Ei“ an die großen Industriebetriebe und Finanzfonds quasi verschenkt.

 

Auch heute gibt es ja weiterhin hohe Subventionen, ohne dass diese an langfristige Garantien für Arbeitsplätze und -bedingungen gebunden sind. So hat z. B die Firma K+S AG (Kali und Salz) mit Sitz in Kassel viele Kalischächte einfach stillgelegt. K+S ist der größte Salzproduzent der Welt. In Erinnerung geblieben ist wohl der Hungerstreik im Schacht in Bischofferode. Die dortigen Schächte der VEB „Thomas Müntzer“ haben noch für über 50 Jahre Salz. Aber Salzschächte hatte K+S schon 1990 genug. Sie haben die Schächte gekauft, damit dort niemand anders Salz fördern kann. Über 1000 Menschen wurden entlassen. Das Mansfelder Land ist bis heute wirtschaftlich hinten dran. 


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Für die Infowand
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