Fragen und Antworten


Wie wird man Vertrauensfrau oder Vertrauensmann?

Nur wer sich beteiligt, kann mitgestalten. Deshalb ist es wichtig, dass alle Bereiche mit engagierten und kompetenten Kolleginnen und Kollegen im IG Metall-Vertrauenskörper Eures Betriebs vertreten sind. In den nächsten Wochen sind Vertrauensleute-Wahlen, bei denen Ihr Eure Vertrauensleute wählen könnt. Wir erklären, wie es geht.

 

Wer kann gewählt werden?

Wer in den Vertrauenskörper (VK) gewählt werden will, muss das Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen genießen und Mitglied der IG Metall sein. Derjenige oder diejenige sollte zudem bereit sein, an gewerkschaftlichen Bildungsmaßnahmen und anderen Veranstaltungen für Vertrauensleute teilzunehmen. Die in der IG Metall organisierten Betriebsratsmitglieder, Jugend- und Auszubildendenvertreterinnen und -vertreter sowie die Vertrauensmänner und -frauen der Schwerbehinderten gehören durch ihre Funktion ebenfalls dem Vertrauenskörper der IG Metall im Betrieb an. 

 

Wer kann wählen?

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der IG Metall in den einzelnen Wirkungsbereichen - also Gliederungen - des Betriebs. 

 

Wer organisiert die Wahl und wann?

Für die Vorbereitung und Durchführung der Wahl ist der Vertrauensleuteausschuss der örtlichen IG Metall-Verwaltungsstelle in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Ortsvorstand zuständig. Beide legen - in Abstimmung mit den VK-Leitungen - die organisatorischen Einzelheiten fest und sorgen dafür, dass nach demokratischen Grundsätzen gewählt wird. Die regelmäßigen Vertrauensleutewahlen finden alle vier Jahre statt. Über den Wahlzeitraum entscheidet im Einvernehmen mit dem zentralen Vertrauensleuteausschuss der Vorstand der IG Metall. Konkrete Informationen zum Ablauf vor Ort gibt es bei den jeweils zuständigen Verwaltungsstellen. Dort erhalten Mitglieder persönliche Beratung und weitere Materialien zur Vertrauensleutewahl. 

 

Wie sieht das Wahlverfahren aus?

Zunächst müssen die Mitglieder der IG Metall im Betrieb über die Absicht, Vertrauensleute zu wählen, informiert werden. Danach sind Bereiche festzulegen, in denen Vertrauensleute gewählt werden sollen. Ihr Wirkungsbereich sollte jeweils nicht mehr als 20 Beschäftigte umfassen. Schließlich ist ein Wahlvorstand zu bilden, in den einzelnen Abteilungen müssen Kandidaten aufgestellt werden. Die Vertrauensmänner und -frauen werden dann von den IG Metall-Mitgliedern ihres Wirkungsbereichs gewählt. Sollte das nicht möglich sein, findet die Wahl im Rahmen einer Mitgliederversammlung statt. Bei mehreren Kandidaten gewinnt die Person mit der höchsten Stimmenzahl - nach dem Prinzip der einfachen Mehrheit. Je nach Struktur des Betriebes können unterschiedliche Wahlverfahren zur Anwendung kommen. Die Wahl kann geheim, per Stimmzettel oder aber auch per Handzeichen erfolgen. Dies hängt vom Organisationsgrad und vom Vertrauensverhältnis im Betreuungsbereich beziehungsweise Betrieb ab. Die gewählten Vertrauensleute sind der neue Vertrauenskörper, der sich eine Leitung wählt. Über die Ergebnisse ist die örtliche IG Metall-Verwaltungsstelle zu informieren. 

 

Können Vertrauensleute abgewählt werden?

Die Gewerkschaftsmitglieder des Wirkungsbereiches können ihre Vertrauensfrau oder ihren Vertrauensmann mit einer einfachen Mehrheit abwählen. Die dazu notwendige Abwahl durchzuführen, obliegt der VK-Leitung in Abstimmung mit dem Ortsvorstand. Das Mandat erlischt mit dem Datum der Abwahl beziehungsweise der Abberufung oder aber mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb. Beim Wechsel des Wirkungsbereiches bleiben gewählte Vertreterinnen und Vertreter Mitglied des Vertrauenskörpers bis zum Ende der Wahlperiode. Für aus dem Wirkungsbereich ausgeschiedene Vertrauensleute finden umgehend Nachwahlen statt. Die nachgewählten Vertrauensleute üben ihre Funktion bis zum Ablauf der Wahlperiode aus.


Wozu Vertrauensleute? Wir haben doch einen Betriebsrat!


[Quelle: YouTube / IG Metall] - Die Vertrauensleute der IG Metall: Wir machen Gewerkschaft -


Vertrauensleute haben eine andere Aufgabe als der Betriebsrat. Der Betriebsrat ist die gesetzliche Interessenvertretung aller Beschäftigten im Betrieb. Er ist Verhandlungspartner der Geschäftsleitung zum Beispiel bei Betriebsvereinbarungen. Dabei können ihn die Vertrauensleute gut unterstützen. Denn sie sind die Interessenvertreter und Sprecher der IG Metall-Mitglieder in den Abteilungen. Sie wissen durch den täglichen Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen am besten, wo der Schuh drückt.

 

Vertrauensleute sind aber auch das kritische Potenzial der Gewerkschaft. Sie verstehen sich nicht nur als diejenigen, die die Beschlüsse der Gewerkschaften in die Betriebe tragen – sie verstehen sich als Menschen der Basis. Sie wollen vom Betriebsrat und von den hauptamtlichen Gewerkschaftern gehört werden.

 

Vertrauensleute und Betriebsrat unterstützen und ergänzen sich

 

Vertrauensleute tragen dazu bei, dass die Beschäftigten die IG Metall als offen, lebendig, engagiert und durchsetzungsfähig erleben. Und Durchsetzungsfähigkeit braucht es, wenn es um Standortkonkurrenz und Beschäftigungssicherung oder Entgelt- und Arbeitszeitfragen geht. Hier sind Vertrauensleute gefordert, zusammen mit dem Betriebsrat die Beschäftigten zu schützen und Politik für sie zu gestalten.

 

Für die Vertrauensleutewahl gibt es, anders als bei der Wahl des Betriebsrats, keine gesetzlichen Bestimmungen oder Fristen. Vertrauensleute werden von den gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten im Betrieb gewählt bzw. von der Gewerkschaft benannt.

 

Sie dürfen wegen ihrer gewerkschaftlichen Betätigung gegenüber anderen Arbeitnehmern nicht unterschiedlich behandelt, insbesondere nicht benachteiligt oder gemaßregelt werden (§ 75 Abs. 1 BetrVG).


Vertrauensleute sind der direkte Draht zum Betriebsrat und zur IG Metall

Foto: Peter Frank, d&d
Foto: Peter Frank, d&d

Welche Aufgaben haben Vertrauensleute im Betrieb?

 

Die Arbeit der Vertrauensleute ist durch die Koalitionsfreiheit (Art. 9 Abs. 3 GG) geschützt.

Ihre Aufgaben ergeben sich aus der Satzung und den Richtlinien der jeweiligen Einzelgewerkschaften.

  • beraten IG Metall-Mitglieder, erläutern Ziele und Aufgaben der IG Metall
  • informieren die IG Metall-Mitglieder über Gesetze, Tarifverträge, Verordnungen und Vereinbarungen. Sie sorgen dafür, diese Rechte zu sichern und durchzusetzen
  • vertreten gemeinsam mit den Mitgliedern deren Interessen am Arbeitsplatz und im Betrieb
  • informieren die Kolleginnen und Kollegen über die Beschlüsse der IG Metall und sorgen dafür, dass sie umgesetzt werden
  • fördern in ihren Abteilungen die Meinungs- und Willensbildung der IG Metall-Mitglieder. Deren Meinungen, Anregungen und Forderungen werden im Betrieb und an die IG Metall weitergeleitet
  • verteilen Informationsmaterial der Gewerkschaft und nutzen diese Gelegenheit zur Diskussion im Betrieb
  • sind das Bindeglied zwischen Betriebsrat und Belegschaft
  • werben für den Beitritt in die IG Metall
  • nehmen an gewerkschaftlichen Veranstaltungen teil und qualifizieren sich in Seminaren der IG Metall
  • beteiligen sich daran, Tarifbewegungen vorzubereiten und – wenn nötig – einen Arbeitskampf zu führen.

Was ist der Vertrauenskörper?

 

Als Vertrauenskörper wird die Summe aller Ansprechpartner für die Beschäftigten im Betrieb bezeichnet. Dazu zählen Vertrauensleute, IG Metall-Betriebsräte, Jugend- und Auszubildenden-VertreterInnen (JAV) sowie die Vertrauensleute der Schwerbehinderten, die Delegierten und aktiven Referenten.

 

Welche Aufgaben hat der Vertrauenskörper?

  • er vertritt die Interessen der IG Metall-Mitglieder im Betrieb
  • informiert und diskutiert über die Ziele der Gewerkschaft mit den Beschäftigten
  • hält Kontakt mit den Mitgliedern der IG Metall
  • fördert die Meinungsbildung der Mitglieder und leitet die Ergebnisse an die Verwaltungsstelle weiter
  • entscheidet über den Vorschlag der IG Metall für die Betriebsratswahl, der Jugend- und
  • Auszubildendenvertretung, und der Schwerbehinderten-Vertrauensleute
  • bereitet die Vertrauensleutewahlen vor und sorgt dafür, dass es in allen Bereichen des Betriebs Vertrauensleute gibt
  • unterstützt die IG Metall bei den Aufsichtsratswahlen
  • vertritt in der Betriebsversammlung die Auffassung der IG Metall-Mitglieder
  • unterstützt den Ortsvorstand (die gewählte Leitung der Verwaltungsstelle), zum Beispiel bei Tarifbewegungen
  • kümmert sich um die Mitgliederwerbung
  • sorgt für die Qualifizierung der Vertrauensleute.

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